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100 km-Lauf in Biel 2011 Im Juni 2011 habe ich an dem legendären, berühmt-berüchtigten, allen Ultra-Läufern wohl bekannten Bieler 100 km-Lauf in der Schweiz teilgenommen und gleich im ersten Anlauf geschafft. Der Traum eines jeden Langstreckenläufers ist damit für mich in Erfüllung gegangen. Nach einem 15 Stundenlauf durch die Schweizer Berge, der mich bis ans Limit geführt hat, bin ich im Ziel angekommen. Der Startschuß fiel abends zuvor um 22:00 Uhr bei strömenden Regen mitten im Stadtzentrum von Biel. Nachdem man die Stadt verlassen hatte, ging es mit Laufrucksack und Stirnlampe hinaus ins Dunkle, in die Berge ... Leider hatte ich keine wasserdichte Jacke dabei, sodass ich vor der Alternative stand, mich innerhalb kürzester Zeit bis auf die Knochen nass regnen zu lassen oder das am Tag zuvor beim Abholen der Startunterlagen erstandene 1-€-Plastikcape anzubehalten. Ich entschied mich für das Cape wohl wissend, dass der Schweiß nicht wie bei Laufjacken üblich nach außen transportiert wird, um die Haut trocken zu halten. Zum Glück wußte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass der Regen ohne Unterbrechung für die nächsten 12 Stunden anhalten würde. Wie sich später herausstellte, war dieser Dauerregen verantwortlich für eine überdurchschnittlich hohe Zahl von Aussteigern. Nach etwa 8 Stunden und 55 km Wegstrecke erreichte ich mit durchnäßten Laufschuhen und Blasen an den Füßen Kirchberg. Hier habe ich mich selbst verarztet, die Kompressionsstrümpfe gegen "normale" Laufsocken getauscht und mich wieder auf die Strecke begeben. Es folgte der Emmendamm- Abschnitt, ein holpriges 10 km langes Teilstück, auch "Ho-Chi-Minh- Pfad" genannt. Die "letzten" 35 km zogen sich ewig in die Länge und zehrten an den Kraftreserven. Letztendlich erreichte ich nach 15 Stunden und 34 Minuten bei strahlendem Sonnenschein das Ziel ! Werner Sonntag schrieb einmal den berühmten Satz: "Irgendwann musst Du nach Biel". Ich war da ...
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